12 | 06 | 2026

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Tustep

Einsatz von TUSTEP

Eine monumentale Werkausgabe wie die Editio Coloniensis soll in einer unter ästhetischen und praktischen Gesichtspunkten ansprechenden Gestalt präsentiert werden. Für den ersten, 1951 erschienenen Band wurde ein Druckbild festgelegt, das mit geringfügigen Veränderungen noch heute das Erscheinungsbild der Editio Coloniensis bestimmt.

Der Text der Editio Coloniensis wird im Folioformat zweispaltig gedruckt und mit bis zu vier Apparaten kommentiert. Voraus gehen umfassende Prolegomena. Es folgen mehrere dreispaltig gesetzte Register.

Was damals aufwendig im Bleisatz erstellt wurde, soll heute kostengünstig mit elektronischen Hilfsmitteln realisiert werden. Möglich ist dies ohne Qualitätsverlust nur mit einem höchst leistungs- und anpassungsfähigen Programmsystem wie TUSTEP.

Die Satzroutine für die Editio Coloniensis wurde von Dr. Michael Trauth († 2022), Universität Trier, geschrieben. Er stellte außerdem Makros zur Verfügung, die eine komfortable und fehlerfreie Eingabe der Steuerzeichen ermöglichen. Durch eine umfangreiche Konvertierungsroutine, die ebenfalls Dr. Michael Trauth geschrieben hat, konnten Projekte, die zuvor unter einer anderen Oberfläche begonnen wurden, in TUSTEP überführt werden.

Das Albertus-Magnus-Institut ist als Mitglied der International Tustep User Group e.V. mit der internationalen Community gut vernetzt.

1. Haupttext

Der zweispaltige Druck stellt besondere Anforderungen an den Umbruch. Zum einen sollen die beiden Spalten einer Seite von gleicher Länge sein, zum anderen müssen die sogenannten „Hurenkinder" und „Schusterjungen" vermieden werden. Diese Problemlage verschärft sich noch, wenn innerhalb der Spalten zahlreiche Zwischenüberschriften unterzubringen sind, die jeweils nicht am Spalten- oder Zeilenende stehen dürfen. – Innerhalb des Textes gibt es zahlreiche Vor- und Rückverweise, die exakt auf Seite und Zeile verweisen.

2. Kommentierter Text

Ein erheblicher Teil der Werke Alberts sind Kommentarwerke (Kommentare zum Corpus Dionysiacum und zu Aristoteles, Sentenzenkommentar und Bibelkommentare). Zum besseren Verständnis werden die kommentierten Texte in der Ausgabe mit abgedruckt. Sie finden sich einspaltig unterhalb des Haupttextes.

3. Apparate

Mehrere jeweils zeilenbezogene Apparate werden unten auf der Druckseite angefügt. a) Ein erster Apparat vermerkt die Siglen der aktuell verwendeten Handschriften sowie Foliowechsel der wichtigsten Handschrift. b) Der zweite Apparat ist das Kernstück der historisch-kritischen Edition und dokumnetiert die Textvarianten. c) Ein weiterer textkritischer Apparat findet sich in den meisten Kommentarwerken, wenn der kommentierte Text nicht einer schon vorhandenen Druckausgabe entnommen werden kann, sondern selbst auf der Grundlage von Handschriften konstituiert wird. d) Im letzten Apparat werden die Quellen Alberts und erforderliche Sacherklärungen angegeben.

4. Prolegomena

Sie führen in die Geschichte des Textes und die Grundlagen der Edition ein. Sie sind ebenfalls zweispaltig gesetzt. Der erforderliche wissenschaftliche Apparat ist in diesem Bereich durch Fußnoten angegeben. – Die Prolegomena werden ergänzt durch eine Probekollation aus dem Text. Da hier die gesamte handschriftliche Überlieferung wiedergegeben wird, gestaltet sich der Variantenapparat besonders umfangreich.

5. Register

Die Editio Coloniensis wird durch mehrere Indizes ergänzt. Die Bibelstellen und die zitierten Autoren mit ihren Werken sind zu finden. Der Inhalt ist in einem detailreichen Sachindex erschlossen. Sofern die Gliederung des Textes deutlich von der der unkritischen Ausgaben abweicht, wird auch eine Konkordanz zu diesen angefügt.

Alle diese Anforderungen lassen sich mit TUSTEP sehr gut erfüllen.

Ein wichtiger Vorteil der Verarbeitung des Editionstextes mit TUSTEP liegt für die Editoren darin, dass zu jedem Zeitpunkt der Text in seinem jeweiligen Zustand gesetzt und anhand eines realistischen Druckbildes weiter bearbeitet werden kann. Auch die Rohregister können extrahiert werden, so dass keine zusätzlichen Listen geführt werden müssen. Schließlich sind sowohl die in Arbeit befindlichen wie die fertigen Texte gut recherchierbar.

Bisher erschienen:

Von den seit 1951 erschienenen 34 Bänden der Editio Coloniensis wurden zehn seit 2003 gedruckte Bände mit TUSTEP gesetzt. Die mit Fördermitteln der DFG vorbereiteten Bände stehen frei zur Verfügung (Link beim Titel):

Beispielseiten aus einzelnen Bänden:
Meteora, De sex principiis / Liber divisionum, De homine

6. Editio Digitalis

Die Aufbereitung der Editionen mit TUSTEP liegt auch der Überführung der Daten in die Editio Digitalis zugrunde, die vom Verlag Aschendorff vertrieben wird.

 

Alberti Magni Opera Omnia: Edito Digitalis