20 | 07 | 2018

Nachdenklich im September

Der Indianer in der Großstadt

Ein Indianer besucht einen weißen Mann  in einer amerikanischen Großstadt. Die beiden gegen im Lärm der hupenden Autos und der ratternden Omnibusse die Straße entlang. Da bleibt der Indianer stehen: „Ich höre eine Grille zirpen.“ Der Weiße antwortet: „ Hier gibt es keine Grillen, außerdem würde man sie in diesem Lärm überhaupt nicht hören.“ Der Indianer geht ein paar Schritte zu einer Hauswand, schiebt einige Blätter wilden Weins zur Seite –da sitzt tatsächlich eine Grille. Der Weiße sagt: „Indianer können eben  besser hören als Weiße:“ „Da täuscht du dich“, erwidert der Indianer und wirft ein 50-Cent-Stück aufs Pflaster. Es klimpert auf dem Asphalt, und sofort drehen sich die Leute um.“ Siehst du“, sagt der Indianer, „ das  Geräusch, das das Geldstück gemacht hat, war nicht lauter als das der Grille. Und doch hören es viele der Weißen. Der Grund liegt darin, dass wir alle stets das gut gören, worauf wir zu achten gewohnt sind.“

( J. Feige R. Spennhoff, Hrsg., Wege entdecken, Gladbeck und Stuttgart 1980)

 

Das Größte Geschenk  

Ich glaube, das größte Geschenk, das ich von jemandem bekommen kann, ist dass er mich sieht, mir zuhört, mich versteht und mich berührt. Das Größte Geschenk, das ich einem anderen Menschen machen ist, ihn zu sehen, ihm zuhören, ihn zu verstehen und ihn zu berühren. Wenn das gelingt, habe ich das Gefühl, dass wir uns wirklich begegnet sind.“

( Virginia Satir, Mein Weg zur Dir)