22 | 09 | 2018

Nachdenklich im Dezember

Einige Tage vor Weihnachten wurden alle Engel zusammengerufen, um den Auftrag für ihren Einsatz in der Heiligen Nacht in Empfang zu nehmen. Nur einer unter ihnen weigerte sich, mit den anderen zusammen zur Erde hinabzufliegen. Allzu oft hat er hinuntergeschaut und das, was er auf der Erde gesehen hatte, hat ihn tief ins Herz getroffen: Neid, Hass, Kriege Terroranschläge, Blutvergießen, Gewalt und unsägliches Leid.

„Ich bleibe hier“ widersprach er dem göttlichen Auftrag. “Wir können auf der Erde doch gar nichts ausrichten… Frieden und Liebe wird es dort niemals geben. All unser Bemühen ist seit Jahrtausenden vergeblich“.

 Als nun der Heilige Abend kam und die Engel zur Erde hinabsanken, blieb er als einziger zurück. Und er machte es sich auf seiner watteweichen Wolke so richtig gemütlich. Er schlief ein, und träumte von den himmlischen Chören, die einst von Frieden auf Erde gesungen hatten. Irgendwann in der Nacht erwachte er plötzlich. Er hatte ein wenig ein schlechtes Gewissen. Er schaute hinunter auf die Erde, vielerorts herrschte unsägliche Not. Hier und da, inmitten allen Elends sah er mehrere winzige kleinere Leuchten. Er stellte das Himmelsfernrohr etwas schärfer, nun konnte er es erkennen. Menschen gaben den Hungernden Essen, trösteten einander und schlossen sich in die Arme, obwohl sie einander bisher feindselig gegenüber gestanden hatten. Mancherorts zündeten sie Kerzen an und es tönte leiser Gesang zu ihm empor “Stille Nacht``.

Als er diesen zarten Gesang vernahm, traten ihm Tränen der Scham über seine satte Selbstzufriedenheit in die Augen. Alle anderen Engel versuchen, ein kleines Licht von Hoffnung, Liebe und Frieden zu entzünden, dachte er. Hastig erhob er sich und schwebte zur Erde hinunter. „Auch ich will tun was in meinen Kräften steht, um Menschen in ihrer Bedürftigkeit beizustehen und ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen der Liebe, und des Friedens. Und siehe da: darauf wurde es ein wenig heller und friedvoller unter den Menschen.

 

Ja in dem Sinne:

 

Weihnachten ist, wenn alle bereit sind zum Fest.

Weihnachten heißt mit Hoffnung leben:

Wenn Menschen, Menschen helfen,

Wenn Fremde aufgenommen werden,

Wenn einer dem andern beisteht,

das Böse zu meiden und das Gute zu tun,

Dann ist Weihnachten!

Weihnachten heißt die Tränen trocknen;

das, was du hast, mit anderen teilen;

die Not der anderen mildern.

Wenn  du  Unglücklichen beistehst, 

dann ist Weihnachten. 

Jeden Tag ist Weihnachten,

jedes Mal,  wenn einer dem andern Liebe schenkt;

wenn Menschen, Menschen glücklich machen -

dann ist Weihnachten!

Ja; dann steigt Gott vom Himmel herab

Und bringt uns sein ewiges Licht.